Berlin, 08.05.2017: BLGS-Vorstände verabschieden Positionen zur Pflegeberufereform

Bremen/ Berlin, 08.05.2017

BLGS-Vorstände verabschieden Positionen zur Pflegeberufereform

Die diesjährige Klausurtagung des Bundesverbands Lehrende Gesundheits- und Sozial­berufe fand vom 28.- 29. April in Bremen statt. Vorstände aus Bund und Ländern diskutierten aktuelle politische und pädagogische Fragen zur pflegeberuflichen Bildung. Die Tagesord­nung wurde von dem Ende März lancierten „Alternativvorschlag“ zum Pflegeberufereform­gesetz bestimmt. Wie sich in den vorangegangen Wochen bereits abgezeichnet hatte, übten die Vorstände scharfe Kritik:

„Dieser Alternativvorschlag ist berufspolitisch rückständig und pädagogisch unsinnig. Zwar begrüßen wir die vorgesehene Formulierung vorbehaltener Tätigkeiten und die reguläre Etablierung hochschulischer Bildungswege. Gleichzeitig kritisieren wir, dass die traditionelle Dreiteilung des Pflegeberufs fortgeführt wird, obwohl dies europäische Mindeststandards unterläuft und die angemessene pflegerische Versorgung der Bevölkerung immer stärker gefährdet. Hier wurde die Chance vertan, die Pflegeausbildung an den aktuellen und zukünf­tigen Herausforderungen auszurichten und bedarfsgerecht weiterzuentwickeln.

Die halbherzige Einführung eines teil-generalistischen Ausbildungswegs und der vorläufige Charakter des Gesetzes verunsichern Lehrende und Lernende. Den Schulen wird bei völlig unsicherem Nutzen ein erheblicher Mehraufwand zur Umsetzung eines aus fachlicher und pädagogischer Sicht dilettantischen Konzepts aufgebürdet. An Stelle der erhofften konstrukti­ven Bewegung erleben wir bereits jetzt an unseren Mitgliedsschulen ganz konkret Symptome einer politisch induzierten, destruktiven Destabilisierung des Pflegebildungssystems.“

Ausgehend von dieser Situation sieht der BLGS insbesondere in folgenden Feldern akuten politischen Handlungsbedarf:

Finanzierung:

  • Alle Ausbildungsstätten sind auskömmlich zu finanzieren. Die Finanzierung muss über eine genau bestimmte Anzahl genehmigter Ausbildungsplätze erfolgen, da es für die Schulen andernfalls nicht planbar ist, wie viele Schüler/innen nach den beiden generalistischen Ausbildungsjahren jeweils in den einzelnen Ausbildungsgängen verbeiben bzw. wechseln können.
  • Der BLGS lehnt Individualbudgets ab. Vielmehr sind Pauschalbudgets auf Länder­ebene anzustreben. Zweckgebundene Investitionsmittel müssen direkt an die Schu­len gehen.

Grade-Mix/ Bildungsgänge:

  • Pflegehelfer/innen sind klar von Ausbildungsabbrecher/innen zu unterscheiden. Die dreijährige Ausbildung zielt auf den Erwerb professioneller Pflegekompetenz und muss von Anfang an am DQR/EQR-Level 4-5 orientiert sein. Für Ausbildungsab­brecher/innen sollten die Länder geeignete Anrechnungsmodelle für ihre jeweiligen Assistenzausbildungsgänge entwickeln.
  • Der BLGS sieht die Länder in der Pflicht, die Entwicklung neuer, adäquater Weiterbil­dungen für spezialisierte Bereiche der Pflege massiv voranzutreiben und entspre­chende Verordnungen zu erlassen. Diese sind länderübergreifend zu harmonisieren.

Politischer Prozess und Mitwirkung:

  • Lehrende und Bildungsinstitutionen erwarten schnelle Aufklärung über die weiteren inhaltlichen Details des Pflegeberufereformgesetzes und über den politischen Zeit­plan.
  • Der BLGS als Zusammenschluss von Bildungsexpert/innen für die Pflege muss in allen relevanten Gremien und Arbeitsgruppen vertreten sein, die sich mit der konkre­ten Ausgestaltung der einzelnen Bildungsgänge befassen. Dies betrifft insbesondere die Mitwirkung bei der Gestaltung von Ausbildungs- und Prüfungsverordnungen, Rahmenlehrplänen etc.

Um die bereits jetzt abzusehenden negativen Folgen für die Bildungsinstitutionen möglichst einzudämmen, formulierten die BLGS-Vorstände auf ihrer Klausurtagung erste Kernpunkte zum Umgang mit dem Pflegeberufereformgesetz an den Schulen. Ein entsprechender Leit­faden wird derzeit erarbeitet und den BLGS-Mitgliedern in Kürze zur Verfügung gestellt.

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Aktuelles

Einladung zur 12. Fachkonferenz des Referats Schulentwicklung und Schulleitung im BLGS e.V.


Termin: Donnerstag, 23.11.2017
Tagungsort:
Bildungsakademie Erbacher Hof
Grebenstraße 24, 55116 Mainz, Telefon: 06131 257-0

Tagungsbeginn: 09.30 Uhr
Tagungsgebühr: incl. Verpflegung und Tagungsunterlagen
Für Mitglieder im BLGS e.V.:
30,- €
Für Nichtmitglieder: 70,- €
Anmeldung: bis spätestens 20.10.2017 an
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Tel: 030-39 40 53 80 (Frau Unger; Di, Mi, Do 09:00-13:00h)


unter Angabe von Namen, Institution und Zimmerwunsch
Die Tagungsgebühr überweisen Sie bitte auf folgendes Konto:
Bank im Bistum Essen, IBAN: DE 2736 0602 9500 3038 1017 /
BIC: GENODED1BBE
Zweck: Fachkonferenz BLGS-Referat 23.11.2017, Mainz
Hinweise: Zur Übernachtung vom 22.-23.11.2017 steht im Erbacher Hof eine begrenzte
Anzahl Zimmer zur Verfügung.
Preise incl. Frühstück: Einzelzimmer 65,- € / Doppelzimmer 84,- €.
Tagungsanmeldung mit Zimmerreservierung bitte
direkt an folgende
Mailadresse:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Die Veranstaltung wird mit 6 Punkten für die freiwillige Registrierung beruflich
Pflegender e.V. Berlin bewertet.
www.regbp.de
Die Einladung gilt auch für Schulleitungen, die noch nicht Mitglied im BLGS
e.V. sind. Für Mitgliedschaften, die am Tag der Fachkonferenz abgeschlossen
werden gilt der reduzierte Tagungsbeitrag.
Informationen über den Verband unter:
www.blgs-ev.de
Vorabend: Für die Teilnehmenden, welche bereits am 22.11.2017 anreisen, ist ab
19:00h ein Tisch im Hof Ehrenfels (Grebenstr. 5-7) reserviert.

Bremen, 28.04.2017: Bund und Länder treffen sich!!!

Die jährliche Klausurtagung des BLGS findet am letzten Aprilwochenende in Bremen statt. Zentrales Thema ist das Pflegeberufereformgesetz!!!

Bremen/ Berlin, 08.05.2017

BLGS-Vorstände verabschieden Positionen zur Pflegeberufereform

Die diesjährige Klausurtagung des Bundesverbands Lehrende Gesundheits- und Sozial­berufe fand vom 28.- 29. April in Bremen statt. Vorstände aus Bund und Ländern diskutierten aktuelle politische und pädagogische Fragen zur pflegeberuflichen Bildung. Die Tagesord­nung wurde von dem Ende März lancierten „Alternativvorschlag“ zum Pflegeberufereform­gesetz bestimmt. Wie sich in den vorangegangen Wochen bereits abgezeichnet hatte, übten die Vorstände scharfe Kritik:

„Dieser Alternativvorschlag ist berufspolitisch rückständig und pädagogisch unsinnig. Zwar begrüßen wir die vorgesehene Formulierung vorbehaltener Tätigkeiten und die reguläre Etablierung hochschulischer Bildungswege. Gleichzeitig kritisieren wir, dass die traditionelle Dreiteilung des Pflegeberufs fortgeführt wird, obwohl dies europäische Mindeststandards unterläuft und die angemessene pflegerische Versorgung der Bevölkerung immer stärker gefährdet. Hier wurde die Chance vertan, die Pflegeausbildung an den aktuellen und zukünf­tigen Herausforderungen auszurichten und bedarfsgerecht weiterzuentwickeln.

Die halbherzige Einführung eines teil-generalistischen Ausbildungswegs und der vorläufige Charakter des Gesetzes verunsichern Lehrende und Lernende. Den Schulen wird bei völlig unsicherem Nutzen ein erheblicher Mehraufwand zur Umsetzung eines aus fachlicher und pädagogischer Sicht dilettantischen Konzepts aufgebürdet. An Stelle der erhofften konstrukti­ven Bewegung erleben wir bereits jetzt an unseren Mitgliedsschulen ganz konkret Symptome einer politisch induzierten, destruktiven Destabilisierung des Pflegebildungssystems.“

Ausgehend von dieser Situation sieht der BLGS insbesondere in folgenden Feldern akuten politischen Handlungsbedarf:

Finanzierung:

  • Alle Ausbildungsstätten sind auskömmlich zu finanzieren. Die Finanzierung muss über eine genau bestimmte Anzahl genehmigter Ausbildungsplätze erfolgen, da es für die Schulen andernfalls nicht planbar ist, wie viele Schüler/innen nach den beiden generalistischen Ausbildungsjahren jeweils in den einzelnen Ausbildungsgängen verbeiben bzw. wechseln können.
  • Der BLGS lehnt Individualbudgets ab. Vielmehr sind Pauschalbudgets auf Länder­ebene anzustreben. Zweckgebundene Investitionsmittel müssen direkt an die Schu­len gehen.

Grade-Mix/ Bildungsgänge:

  • Pflegehelfer/innen sind klar von Ausbildungsabbrecher/innen zu unterscheiden. Die dreijährige Ausbildung zielt auf den Erwerb professioneller Pflegekompetenz und muss von Anfang an am DQR/EQR-Level 4-5 orientiert sein. Für Ausbildungsab­brecher/innen sollten die Länder geeignete Anrechnungsmodelle für ihre jeweiligen Assistenzausbildungsgänge entwickeln.
  • Der BLGS sieht die Länder in der Pflicht, die Entwicklung neuer, adäquater Weiterbil­dungen für spezialisierte Bereiche der Pflege massiv voranzutreiben und entspre­chende Verordnungen zu erlassen. Diese sind länderübergreifend zu harmonisieren.

Politischer Prozess und Mitwirkung:

  • Lehrende und Bildungsinstitutionen erwarten schnelle Aufklärung über die weiteren inhaltlichen Details des Pflegeberufereformgesetzes und über den politischen Zeit­plan.
  • Der BLGS als Zusammenschluss von Bildungsexpert/innen für die Pflege muss in allen relevanten Gremien und Arbeitsgruppen vertreten sein, die sich mit der konkre­ten Ausgestaltung der einzelnen Bildungsgänge befassen. Dies betrifft insbesondere die Mitwirkung bei der Gestaltung von Ausbildungs- und Prüfungsverordnungen, Rahmenlehrplänen etc.

Um die bereits jetzt abzusehenden negativen Folgen für die Bildungsinstitutionen möglichst einzudämmen, formulierten die BLGS-Vorstände auf ihrer Klausurtagung erste Kernpunkte zum Umgang mit dem Pflegeberufereformgesetz an den Schulen. Ein entsprechender Leit­faden wird derzeit erarbeitet und den BLGS-Mitgliedern in Kürze zur Verfügung gestellt.

 

 

Bundesverband Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe e.V.        
Alt Moabit 91 - 10559 Berlin - Telefon: 030 / 39 40 53 80 - Fax: 030 / 39 40 53 85